Backports

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Inhaltsverzeichnis

Einführung

Die in der jeweils stabilen Version von Debian enthaltene Software wird prinzipiell nicht auf den neusten Stand gebracht, sondern in dieser Version mit Sicherheitsaktualisierungen weiter gepflegt. Das ist auch meistens überhaupt kein Problem. Aber was soll man tun, wenn man die in einer neueren Version vorhandenen Funktionen braucht, aber keine Lust zum selber kompilieren hat? Genau hier kommen die Backports ins Spiel.

In diesem Artikel soll erklärt werden

  • was die Backports sind
  • warum man sie verwenden sollte (und warum nicht)
  • wie man sie aktiviert und verwendet

Was sind die Backports?

Bei den Backports handelt es sich, wie der Name schon sagt, um Rückportierungen von Paketen aus (hauptsächlich) Jessie und (selten) Unstable, die gegen die in Wheezy vorhandenen Bibliotheken gebaut sind. Das geht nicht in allen Fällen, und nicht in von allen Paketen gibt es Backports, aber doch von den meisten und wichtigsten (z.B. vom Kernel und von Grafiktreibern). Seit Squeeze sind die Backports auch offizieller Bestandteil des Debian-Projektes.

Diskussion über die Verwendung von Backports

Natürlich freut man sich darüber, dass von einem Programm neuere Versionen verfügbar sind. Umso dringender mag das Bedürfnis erscheinen, diese Version auch im so schön stabilen Stable zu verwenden. Der Traum ist also, auf einem stabiles Grundsystem die jeweils aktuellsten Programmversionen zu installieren. Bei anderen Betriebssystemen geht das doch auch! Nun, im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen kommen bei GNU/Linux aber dynamische Bibliotheken ins Spiel. Man kann eben nicht auf einer 10 Jahre alten Desktopoberfläche ein heutiges Office-Paket installieren. Aber immerhin annähernd lässt sich dieser Zustand erwirken.

Das Rückportieren von bestimmten Programmen ist aber keine triviale Sache. Auch wenn die Paketierer der Backports alles nur Erdenkliche für die Qualität ihrer Pakete tun, und auch wenn die Backports inzwischen offiziell anerkannt sind, kann es dennoch zu Inkompatibilitäten und anderen Unverträglichkeiten kommen. Darüber hinaus sollte man bedenken, dass es keine (ich wiederhole: keine) Sicherheitsaktualisierungen für die Backports gibt! Wer also auf ein lupenreines und sicheres System angewiesen ist (z.B. Server), dem wäre tendenziell von Backports abzuraten.

Es lässt sich zusammenfassen, dass man mit Backports sparsam und zielführend umgehen sollte. Wer unter Versionitis leidet, dem gefällt vielleicht die Vorstellung, gleich auf Testing oder Unstable zu wechseln.

Benutzung der Backports

Trotz aller Bedenken funktionieren die Backports bei korrekter Anwendung erfahrungsgemäß gut. Sie sind zudem recht einfach zu aktivieren. Man fügt z.B. folgende Zeile in seine sources.list ein:

deb http://ftp.de.debian.org/debian/ wheezy-backports main

Die erreicht man durch die Eingabe folgenden Befehls:

root@debian:~$ echo "#Backports" >> /etc/apt/sources.list && echo deb http://ftp.de.debian.org/debian/ wheezy-backports main >> /etc/apt/sources.list

und aktualisiert seine Paketquellen. Dabei ist zu beachten, dass anstelle von http://ftp.de.debian.org/ auch ein anderer Spiegel verwendet werden kann. Man braucht dabei (seit Squeeze) keine Angst mehr vor unerwarteten Aktualisierungen haben, da keine Backports automatisch installiert werden. Die Backports haben hierbei eine Priorität von 100. Wie man die Prioritäten der verwendeten Paketquellen verändert erläutert unser Artikel zu AptPinning. Wer eventuell auch noch unfreie Programme/Treiber/Addons aus den Backports installieren möchte, fügt noch contrib und non-free hinzu.

deb http://ftp.de.debian.org/debian/ wheezy-backports main contrib non-free

Der benötigte Befehl sieht dann so aus:

root@debian:~$ echo "#Backports" >> /etc/apt/sources.list && echo deb http://ftp.de.debian.org/debian/ wheezy-backports main contrib non-free >> /etc/apt/sources.list

Möchte man nun das Programm $PAKET aus den Backports installieren, so muss man das apt-get mit dem Schalter 't' explizit mitteilen:

root@debian:~$ apt-get -t wheezy-backports install $PAKET

Dann sollten auch die eventuell notwendigen Abhängigkeiten aus den Backports gezogen werden.

Beispiel

Häufig möchte man die stabile Version nutzen, aber einen neueren Kernel, weil beispielsweise die Hardware zu neu ist. Hier ein aktuelles Beispiel für Wheezy (64Bit): Mit dem Befehl

root@debian:~$ echo "#Backports" >> /etc/apt/sources.list && echo deb http://ftp.de.debian.org/debian/ wheezy-backports main contrib non-free >> /etc/apt/sources.list

tragen wir die Backports in die sources.list ein. Danach muss man die Datenbank neu einlesen mit:

root@debian:~$ apt-get update

und kann dann den neuen Kernel installieren mit:

root@debian:~$ apt-get -t wheezy-backports install linux-image-3.14-0.bpo.1-amd64

Ein anschließender Neustart sollte nun den Kernel in GRUB anzeigen und das System startet mit Kernel 3.14.

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