Debootstrap

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Review.png Review: Dieser Artikel ist für das Review freigegeben.


Warnung.png Warnung: Da bei dieser Installationsvariante alle elementaren Einstellungen per Hand vorgenommen werden müssen, ist sie auf keinen Fall für Einsteiger geeignet!

Debianpackage.png Debootstrap ermöglicht die Installation eines Debian Betriebssystems aus einem laufendem System heraus. Insbesondere kann dabei das Installationsziel eine physikalische Partitionen oder aber eine chroot-Umgebung sein. Debootstrap selber installiert nur ein minimales Grundsystem, was zunächst noch einigen Anpassungen bedarf. Ist dies geschafft, kann man sehr leicht mittels apt ein vollwertiges System erstellen. Dieser Artikel will dabei die prinzipielle Vorgehensweise aufzeigen.

Inhaltsverzeichnis

Vorbereitungen

Als Voraussetzungen ist es zunächst einmal nötig, das Paket "debootstrap" installiert zu haben. Soweit zu nötigen Paketen. Als nächstes muss das Ziel vorbereitet werden. Dazu wird das Wurzelverzeichnis erstellt. Ist das Ziel eine chroot-Umgebung, ist dies schnell mit dem Erstellen des Verzeichnisses getan.

Für eine herkömmliche Installation hingegen, muss zunächst partitioniert werden und die Partitionen entsprechend in das Verzeichnis gemountet werden. Auch empfiehlt es sich gleich weitere Pseudo-Dateisysteme zu mounten. Ist das Wurzelverzeichnis /target, genügt dazu

root@debian:~# mkdir /target/proc
root@debian:~# mkdir /target/dev
root@debian:~# mkdir /target/sys
root@debian:~# mount --bind /proc /target/proc
root@debian:~# mount --bind /dev /target/dev
root@debian:~# mount --bind /sys /target/sys

Ist diese Arbeit getan, kann mit dem eigentlichen Debootstrappen begonnen werden.

Der Debootstrap-Vorgang

Das Programm debootstrap erwartet drei Argumente. Das ist erstens der (Code)name der zu installierenden Debianversion also z.B. lenny, squeeze oder unstable. Zweitens wird der Pfad zum Wurzelverzeichnis benötigt, etwa /media/newdeb. Und drittens die Adresse eines Debianspiegels, z.B. http://ftp.de.debian.org/debian. Hier kann man auch einen lokalen apt-cacher-ng verwenden. Desweiteren ist die Option --arch für die Zielarchitektur zuständig, wird dieser Parameter nicht angegeben, wird automatisch die Architektur des aktuellen Systems benutzt. Für weitere Optionen siehe Manpage von debootstrap.

Ein 32-Bit System installiert man also mit:

root@debian:~# debootstrap --arch i386 wheezy /target http://ftp.de.debian.org/debian

Ein 64 Bit System dagegen mit:

root@debian:~# debootstrap --arch amd64 wheezy /target http://ftp.de.debian.org/debian

Nun ist es Zeit für die obligatorische Tasse Kaffee. Ist das Debootstrappen abgeschlossen, kann es mit den grundlegenden Einstellungen weitergehen.

Das neue System einrichten

Nun gilt es, insbesondere für herkömmliche Installationen, die wichtigsten Einstellungen vorzunehmen. Dazu wechselt man per

root@debian:~# chroot /target

in die neue Installation.

Hinweis.png Hinweis: Im folgenden sind vor allem die zu erledigenden Schritte bei einer herkömmliche Installationen erklärt. Wird statt dessen ein Chroot erstellt, so muss im einzelnen geprüft werden, welche Schritte zu viel sind und welche noch fehlen.

Zunächst überprüfen wir den Inhalt der /etc/apt/sources.list und korrigieren, soweit nötig. Anschließend wird ein

root@debian:~# apt-get update

ausgeführt.

Nun installieren wir folgende Pakete via apt:

root@debian:~# apt-get install console-data console-common tzdata locales keyboard-configuration

Zusätzlich benötigen wir einen Kernel. Dazu wird entsprechend der Prozessorarchitektur das Paket Debianpackage.png linux-image-686 bzw. Debianpackage.png linux-image-amd64 installiert.

Abschliesend wird mit

root@debian:~# dpkg-reconfigure tzdata console-data console-common keyboard-configuration

die Locale und das Charset eingestellt.

Jetzt kommt ein häufiger und gern vergessener Schritt!

Das root-Passwort setzen:

root@debian:~# passwd

Es ist auch möglich, gleich mit adduser weitere Benutzer zu erstellen.

Weitere Schritte, die im Rahmen dieses Artikels nicht im Detail besprochen werden:

  • In /etc/fstab die benötigten mounts eintragen (Nicht proc vergessen! Ein Eintrag dafür wäre: proc /proc proc defaults 0 0 )
  • In /etc/network/interfaces die Netzwerkkarten einrichten, insbesondere das Loopback-Interface
  • In /etc/hostname den Hostnamen festlegen
  • In /etc/hosts Alias festlegen
  • In /etc/resolv.conf den Nameserver eintragen, falls kein DHCP benutzt wird

Falls der apt-cacher-ng oder ein ähnlicher Proxy verwendet wurde:

  • In /etc/apt/sources.list den apt-cacher-ng durch ftp.de.debian.org oder einen anderen offiziellen Mirror ersetzen
  • In /etc/apt/apt.conf den lokalen Cacher eintragen

Damit ist die Konfiguration abgeschlossen und es kann der erste Systemstart folgen. Dazu wird zunächst noch ein Bootloader benötigt.

Grub installieren

Man installiert das Paket Debianpackage.png grub und richtet den Bootloader entsprechend ein. Beim grub-install ist besonders auf das passende Device zu achten.

Der erste Systemstart

Mit exit wird die chroot-Umgebung verlassen, anschließend erfolgt der Reboot.

Ist alles korrekt eingerichtet, müsste uns nach einer Weile der Login-Prompt unseres neuen Debian begrüßen.

Wir haben jetzt ein vollwertiges Debian, das nach Lust und Laune mit Programmen bestückt werden kann.

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