WLAN Einrichten
Aus DebianforumWiki
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Einführung
Dieser Artikel soll eine kleine Hilfestellung für die Einrichtung eines WLAN Netzwerkes geben. Bei der Einrichtung empfiehlt es sich ein Kabelgebundenes Netzwerk verfügbar zu haben, um ggfs. in der Lage zu sein, fehlende Pakete nachzuinstallieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn man sein Debian System gerade neu aufsetzt.
Wird die WLAN Karte bereits erkannt?
Manche WLAN-Netzwerkkarten werden automatisch erkannt. Dies kann man feststellen, indem man sich alle Netzwerkkarten bzw. alle WLAN-Karten anzeigen läßt mittels:
Entält die Ausgabe dann einen Eintrag, der nicht den Text no wireless extensions enthält, so ist die Netzwerkkarte bereits vom System erkannt worden.
lo no wireless extensions.
pan0 no wireless extensions.
vboxnet0 no wireless extensions.
wlan0 IEEE 802.11bg ESSID:off/any
Mode:Managed Access Point: Not-Associated Tx-Power=0 dBm
Retry long limit:7 RTS thr:off Fragment thr:off
Encryption key:off
Power Management:on
eth0 no wireless extensions.
Hier ist wlan0 die Netzwerkkarte.
Erkennung der WLAN Karte
Ist die Netzwerkkarte noch nicht erkannt, sollte man zunächst einmal feststellen um welche Hardware es sich handelt. Dies geschieht (für eingebaute) Karten z. B. mittels:
(Bei USB-Karten ist natürlich anstell von lspci ein lsusb abzusetzen.)
Bei mir enthält die Ausgabe dann z.B. folgenden Eintrag für die eingebaute Netzwerkkarte:
04:00.0 Network controller: Broadcom Corporation BCM4312 802.11b/g LP-PHY (rev 01)
Subsystem: Dell Wireless 1397 WLAN Mini-Card
Control: I/O- Mem+ BusMaster+ SpecCycle- MemWINV- VGASnoop- ParErr- Stepping- SERR+ FastB2B- DisINTx-
Status: Cap+ 66MHz- UDF- FastB2B- ParErr- DEVSEL=fast >TAbort- <TAbort- <MAbort- >SERR- <PERR- INTx-
Latency: 0, Cache Line Size: 64 bytes
Interrupt: pin A routed to IRQ 17
Region 0: Memory at f8000000 (64-bit, non-prefetchable) [size=16K]
Capabilities: <access denied>
Kernel driver in use: b43-pci-bridge
Eine Suche im Internet (oder z.B. in den Kernel-Sourcen) ergibt dann in meinem Fall, das ich das Kernel-Modul b43 laden muss. Dies geschieht mit dem Befehl:
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Hinweis: Einige WLAN-Karten benötigen eine Firmware. Dazu muss man dann das Paket |
Ob die Karte erkannt wurde, kann man dann noch einmal mittels ifconfig -a oder iwconfig kontrollieren.
Einbinden in das Netzwerk
Für das Einbinden der Karte in ein bestehendes WLAN-Netzwerk stehen im wesentlichen 3 Wege zur Verfügung:
- Komplett manuell: hier nutzt man die Befehle iwlist, iwconfig, ifconfig und wpa_supplicant
- Der Debian Weg über
ifupdown und Einträgen in der Datei /etc/network/interfaces
- Über einen Netzwerk-Manager
Im Heimnetzwerk sollte man auf jeden Fall eine Verschlüsselung mittels WPA2 einrichten. Für die Einrichtung einer WPA(2) verschlüsselten
Verbindung benötigt man das Paket
wpasupplicant.
In Hotels und Restaurants hat man häufig unverschlüsselte WLANs. Hier sollte man entsprechende Schutzmaßnahmen nicht vergessen.
Manuelle Einrichtung der Netzwerkverbindung
Die manuelle Einrichtung ist eigentlich untypisch, dient aber sicherlich dem Verständnis der Konfiguration, die bei den anderen Einrichtungen vorzunehmen sind.
Manuelles Aufbauen einer unverschlüsselten Verbindung
(Diesen Abschnitt habe ich aus dem Gedächtnis geschrieben, vielleicht kann den mal jemand prüfen, ob das wirklich so geht!)
Zunächst muss die Karte aktiviert werden:
Bei einer unverschlüsselten Verbindung (z.B. im Restaurant) benötigt man zunächst mal die Informationen zu den vorhanden WLAN Access Points:
In der Ausgabe sind dann alle vorhandenen Netzwerke aufgeführt.
Über iwconfig kann man dann die Informationen aus dem Scan in seiner Netzwerkkarte einstellen.
(Ggfs. muss man noch weitere Dinge wie channel, freq, ... einstellen.)
Dann kann man sich auch hier eine IP Adresse zuweisen lassen.
Manuelles Aufbauen einer WPA verschlüsselten Verbindung
Zunächst mal erzeugt man sich eine Konfigurationsdatei für WPA, die die ESSID und den Schlüssel enthält:
Dann baut man die verschlüsselte Verbindung auf:
Schliesslich besorgt man sich noch IP-Adresse, Nameserver und Routing Information über DHCP:
WLAN Einrichtung in der /etc/network/interfaces
Eine Einrichtung der Netzwerkkarte in der /etc/network/interfaces ist sicherlich dann sinnvoll, wenn man nicht dauernd in unterschiedlichen Netzwerken unterwegs ist, sondern nur ein oder sehr wenige WLAN Netze nutzt.
Für eine WPA Verbindung zu einem WLAN Access Point mit der ESSID MEIN_WLAN_ROUTER und Passwort password würde der Eintrag lauten:
iface wlan0 inet dhcp
wpa-ssid MEIN_WLAN_ROUTER
wpa-psk ef7961eb7e82c8577f946080343238171cc3b093e66b0dbf7d18d12cf3684b4f
Den Eintrag für wpa-psk kann man mittels
ermitteln.
Wenn man die WPA Informationen direkt in die /etc/network/interfaces schreibt, darf nur root diese Datei lesen können:
Die Netzwerkverbindung kann man dann mittels:
aufbauen und mit
wieder abbauen.
Umschalten zwischen Netzwerken
Wer unterschiedliche Netze mittels einer Konfiguration in /etc/network/interfaces umschalten möchte, sollte in der Datei mit Aliasen arbeiten:
iface wlan0-home inet dhcp
wpa-ssid MEIN_HOME_ROUTER
wpa-psk f76edcba8a135e05ecb637dcd845bed373cdb960da77c4db4f7d30baf9ae7d73
iface wlan0-work inet dhcp
wpa-ssid MEIN_WORK_ROUTER
wpa-psk 935c68b64ea476dde70a676a4de9fdd08d5ef304fc1ca3f9916fc76197e76455
Das Aufbauen der Verbindung geht dann mittels
bzw.
Mittels
ifscheme kann man die aktuelle manuelle Einstellung ein wenig vereinfachen.
guessnet ermöglicht es, den entsprechenden Alias automatisch auszuwählen.
Nutzung eines Netzwerkmanagers
Die Nutzung eines Netzwerkmanagers macht in meinen Augen insbesondere dann Sinn, wenn man häufig in unterschiedlichen Netzen (Home, Work, Kunde, Hotel, ...) unterwegs ist.
Hier stehen verschiedene Debian Pakete zur Verfügung:
cnetworkmanager (Kommandozeile),
knetworkmanager (für KDE-Nutzer),
network-manager-gnome (Gnome-Nutzer) sowie
wicd (Curses und GUI).
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Hinweis: Für die Nutzung eines Netzwerkmanagers gilt: Es kann nur einen geben. |
Das bedeutet nicht nur, dass man bei Nutzung eines Netzwerkmanagers alle anderen Netzwerkmanager deinstalliert haben sollte. Ausserdem sollte die /etc/network/interfaces nur einen Eintrag für das Loopback interface enthalten:
# The loopback network interface auto lo iface lo inet loopback
Die Nutzung der Netzwerkmanager ist der entsprechende Dokumentation zu entnehmen.