Leitfaden zum Notebookkauf

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Baustelle.png Baustelle: Dieser Artikel ist eine Baustelle. Das heißt, jemand hat sich dieses Artikels angenommen und überarbeitet ihn gerade.


Leitfaden zum Notebookkauf

Todo: Einleitungstext

Schritt 1: Nutzungsszenarien abstecken

Um herauszufinden welches Notebook am besten zu einem passt muss man zuerst selbst wissen was man mit diesem Notebook tun möchte. Dabei sollte man sowohl die voraussichtlich häufigsten Nutzungsszenarien, als auch die für die Hardware anspruchsvollsten Szenarien im Blick haben.

mögliche Szenarien:

  • reine Office-Nutzung (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, einfachste Bildbearbeitung)
  • Multimedia (Videowiedergabe, Audio-/Videobearbeitung)
  • 3D-Spiele, CAD
  • stationärer (immer Steckdose/Netzwerkzugang in Reichweite) ↔ mobiler Betrieb (Akku/Mobilfunk)
  • Einsatz in Innenräumen ↔ im Freien
  • Einsatz unter kontrollierbaren ↔ unkontrollierbaren Lichtverhältnissen

Diese Liste ist weder hinreichend genau noch vollständig. Bei der Erarbeitung dieser Liste kann nur jemand wirklich helfen der die Arbeitsabläufe des Suchenden persönlich kennt und schon eine einzelne Änderung kann zu einem völlig anderen Notebooktyp als optimale Lösung führen. Daher ist es wichtig, hier sorgfältig vorzugehen.


Schritt 2: Szenarien in Hardwareanforderungen übersetzen

Ein Gerät das nur auf dem Schreibtisch steht, immer an der Steckdose hängt und ausschließlich für typische Office-Aufgaben genutzt wird hat nahezu keine Anforderungen. Die Voraussetzungen an CPU und RAM können selbst von mehrere Jahre alten damaligen Unterklassenotebooks erfüllt werden. Die Akkukapazität ist irrelevant und die kontrollierte Lichtumgebung stellt keine Anforderungen an die Displayqualität.

Wer darüber hinaus das Gerät wirklich mobil, also für längere Zeit unabhängig vom Netzstrom, betreiben möchte sollte auf gute Akkulaufzeiten achten. Will man unterwegs auch noch Netzwerkzugriff haben kann ein integrierter SIM-Slot sinnvoll sein.

Entscheidend für die Akkulaufzeit ist auch die Art der Grafikkarte: genügt eine eher schwache intel-Grafik oder muss es eine spieletaugliche "große" Karte sein? Die hybriden Modelle machen unter Umständen Probleme unter Linux. Auch die Abwärme hängt davon ab.

Wer das Gerät in Zug oder Flugzeug nutzen möchte wird sich eher für ein kleines Notebook bis 13" entscheiden, da größere Geräte oft zu sperrig sind. Außerdem ist hier die Displayqualität wichtig, da man oft nicht den Lichteinfall der Sonne beeinflussen kann. Daher sollte man Wert auf ein mattes helles Display mit großen Betrachtungswinkeln legen. Arbeiten im Freien stellt ähnliche Anforderungen an die Displayqualität. Außerdem kann es hier vorkommen, dass man mangels einer externen Lichtquelle auf eine Tastaturbeleuchtung angewiesen ist.

CAD, Bild- & Videobearbeitung erfordern eher größere Displays und auch die gesteigerten Hardwareanforderungen lassen sich in einem größeren Gehäuse besser bewältigen. Auch diese Szenarien stellen Anforderungen an die Displayqualität. Im Gegensatz zum mobilen Einsatz geht es hier aber weniger um das Gegensteuern gegen Umgebungslicht, sondern um möglichst hohe Farbtreue (Stichwort: Adobe-RGB-Farbraum) und gleichmäßige Ausleuchtung. Oft ist ein Display das sich gut für Bildbearbeitung eignet aufgrund einer allgemein höheren Qualität auch gut für den Außeneinsatz geeignet, dies ist aber nicht zwangsläufig der Fall.

Sofern in Schritt 1 die Nutzungsszenarien präzise formuliert wurden können bei der Festlegung der Hardwareanforderungen auch Fremde recht gut behilflich sein.


Es ist außerdem sinnvoll die Anforderungen zu priorisieren. Im einfachsten Fall geht das durch eine dreistufige Liste:

  • Was muss das Gerät erfüllen?
  • Was sollte das Gerät erfüllen?
  • Was muss das Gerät nicht erfüllen?


Gerade wer Wert auf Freie Software legt sollte erwägen das Fehlen eines vorinstallierten proprietären Betriebssystems zu einer "Hardwareanforderung" zu erheben. Leider schränkt diese Anforderung die Auswahl zur Verfügung stehender Geräte aber massiv ein.

Schritt 3: Grobe Geräteauswahl

Die erste Frage die man sich nun stellen sollte lautet:
Gebrauchtes oder Neugerät?
Manchmal wird beides akzeptabel sein, aber auch dies sollte man sich vorher bewusst machen.

Gebrauchtes

Gerade wenn die Hardwareanforderungen keine Höchstleistungen verlangen kann sich die Anschaffung eines gebrauchten Notebooks lohnen. Naturgemäß ist dabei die Auswahl eingeschränkt, denn nur was vor einigen Jahren schon mal jemand neu gekauft hat kann jetzt auch gebraucht verfügbar sein. So sind z.B. gebrauchte Geräte mit Tastaturbeleuchtung extrem selten.

Wie bei allen Waren kauft man gebraucht gewissermaßen die Katze im Sack. Wer keine hohen Leistungsanforderungen (insbesondere an die Grafik) hat kann diesem Effekt etwas entgegensteuern indem er einen Leasingrückläufer von einem Aufbereiter kauft. Vor Allem Businessgeräte von Lenovo und Dell werden von vielen Firmen für einen Zeitraum von drei Jahren geleast und danach zurückgegeben. Dabei verbringen die Geräte meist den Großteil ihrer Zeit auf einem Schreibtisch ohne stark gefordert zu werden. Demzufolge sind diese Geräte oft nur mit Chipsatzgrafik ausgerüstet, aber dafür in einem fast neuwertigen Zustand. Wer die Gefahr eines Fehlkaufs noch weiter reduzieren möchte, der kann einen Leasingrückläufer auch im Ladengeschäft eines Aufbereiters kaufen. In verschiedenen Städten gibt es solche Geschäfte (z.B. Berlin, Hannover oder Münster) und es stehen dort oft mehrere Geräte des selben Modells zum direkten Vergleich bereit. Manche Modelle haben mehr oder weniger bekannte Kinderkrankheiten auf die ein Gerät vor Ort überprüft werden kann. Wie diese Kinderkrankheiten aussehen lässt sich oft in herstellerspezifischen Foren in Erfahrung bringen, da hier auch Servicetechniker unterwegs sind, welche die Geräte in- und auswendig kennen. Unter Umständen läuft hier das Kundengespräch ähnlich ab wie beim Gebrauchtwagenhändler. Daher sollte man das Geschäft mit genauen Vorstellungen betreten (und auch mit diesen wieder velassen).

Neugerät

Die Vielfalt der Hersteller und deren Geräte ist nahezu unüberschaubar. Daher ist es hilfreich eine Notebook-Suchmaschine zu verwenden in der die Geräte auf dem Markt nach verschiedenen Kriterien gefiltert werden können.

Eine aufgrund ihrer Suchparameter recht übersichtliche Suchmaschine findet sich auf geizhals.at, heise.de und noch einigen anderen IT-affinen Webseiten. (Es handelt sich dabei immer um die selbe Suchmaschine.) Daher ist diese Suchmaschine ein guter erster Anlaufpunkt.

Eine andere Suchmaschine findet sich auf idealo.de. Hier kommt es im Vergleich zur Geizhals-Suchmaschine häufiger (aber immer noch selten) vor, dass die hinterlegten technischen Daten nicht korrekt sind. Daher sollte man die hier angegebenen Daten immer auf der Herstellerwebsite überprüfen. Trotz dieser Schwäche findet man hier Notebooks die auf der Geizhals-Suchmaschine nicht gelistet sind, so dass sich ein Besuch lohnen kann.

In beiden Suchmaschinen kann ein vorinstalliertes Windows explizit von der Suche ausgeschlossen werden.

Allerdings erfassen selbst beide Suchmaschinen zusammen nicht des ganzen Markt. Vor Allem die Businessserien einiger Hersteller sind hier nicht vertreten, aber auch viele Nischenanbieter findet man hier nicht. Falls man also über die Suchmaschinen nicht fündig wird kann sich ein Stöbern auf den Anbieterseiten selbst lohnen.

Falls man sich für eine Businessgerät entscheidet lohnt es sich oft das Gerät telefonisch beim Hersteller zu bestellen. Erstens kommt man so teils zu erheblichen Rabatten und zweitens auch zu Konfigurationen die über andere Wege teils nicht möglich sind.


Schritt 4: Auswahl eingrenzen

Gerade wenn man sich grundsätzlich für den Kauf eines Neugeräts entschieden hat wird man jetzt vielleicht immer noch vor einer großen Zahl möglicher Geräte stehen. Eventuell hilft es, die Schritte 1 bis 3 nochmal zu iterieren. Erfahrungsgemäß ist es dabei von Vorteil eher streng an die Auswahl heranzugehen. Falls sich diese als zu steng erweist und nicht genug Kandidaten übrig bleiben ist es normalerweise einfacher die Kriterien zu lockern als zu verschärfen.

Wenn man seine Liste auf etwa ein bis zwei Dutzend Geräte reduziert hat sollte man sich auf die Suche nach unabhängigen Tests und Erfahrungsberichten machen. Gute Hardwaretests findet man z.B. auf notebookjournal.de und notebookcheck.com bzw. dessen Ableger notebookcheck.de und notebookcheck.pl (die Übersetzung polnischer Tests lohnt sich falls kein deutscher oder englischer Test verfügbar ist). Natürlich können hier nicht alle Geräte getestet werden, aber die Meistverkauften sind für gewöhnlich zumindest auf einem (oft auch auf beiden) der Portale zu finden.

Mit professionellen Tests zur Linuxkompatibilität sieht es leider schlecht aus. Hier ist man auf individuelle Erfahrungsberichte angewiesen.

Todo: Plattformen für Linux-Erfahrungsberichte zusammentragen