Rosegarden

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Rosegarden ist Sequencer und Notensatzprogramm in einem. Dies dürfte vor allem für Komponisten der sog. E-Musik und auch der Filmmusik von Interesse sein. Für andere Musikrichtungen mögen andere Sequencer wie LMMS praktikabler sein, auf die hier allerdings nicht näher eingegangen wird. Rosegarden ist eine freie, und den Notensatz betreffend bessere Alternative zu kostenpflichtigen Anwendungen wie Cubase (Windows).

Will man Audio mit Rosegarden aufnehmen und wiedergeben oder DSSI Synthesizer Plugins verwenden, muss man noch den Soundserver Jack installieren. Mit Jack lässt sich Rosegarden mit den meisten anderen Soundprogrammen direkt virtuell verkabeln, was gerade für einen professionelleren Einsatz unabdingbar notwendig ist. So kann man beispielsweise mehrere Synthesizer in Rosegarden einbinden, Effektgeräte zwischenschalten und die Soundausgabe von Rosegarden schließlich in ein Harddiskrecordingprogramm wie Ardour leiten.

Rosegarden ist in mehrere Ansichten aufgeteilt, mit denen man parallel in verschiedenen Fenstern arbeiten kann. Das Hauptfenster besteht aus den einzelnen MIDI-Kanälen und Tracks. Hinzuschalten kann man ein Notensatzfenster mittels der Taste 'n'. Mit dem Notensatzprogramm, das eng mit LilyPond zusammen arbeitet, kann man jede Art von Notensatz machen - von Klaviersatz über Chormusik zu Kammermusik und Orchestermusik. Zusätzlich gibt es noch einen Matrix- und einen Eventeditor die man ebenfalls parallel dazu schalten kann.

Es empfiehlt sich, mit Rosegarden auf 2-3 Monitoren zu arbeiten - allerdings sollte man diese nebeneinander platzieren, weil eine Übereinanderplatzierung zu Fehlern führen kann. Einer für den Notensatz, der andere für das Hauptfenster und der dritte für etwaige andere Dinge wie Steuerelemente oder z.B. die Synthesizer, die mittels MIDI mit Rosegarden verbunden sind. So behält man den perfekten Überblick, der bei einer professionellen Arbeit auch vonnöten ist.

Sollte man Pulseaudio auf dem System haben wird dringend empfohlen, Pulseaudio zu deinstallieren.

Features

Diese Features beziehen sich auf die Version 11.06. In den Paketquellen ist noch die ältere Version 10.04. Diese Version hat eventuell nicht alle hier aufgezählten Features.

  • Sequencer, Matrix- und Eventeditor und professionelles Notensatzprogramm in einem
  • Realtime oder Step-by-Step Noteneingabe über MIDI
  • Übersichtlicher Device Manager für alle MIDI Ein- und Ausgabegeräte
  • MIDI, CSound, LilyPond, Mup und MusikXML Export
  • MIDI, X11 Rosegarden und Hydrogen Import
  • Jack Schnittstelle
  • Grundfunktionen Recording & Mixing
  • LADSPA- und dssi-Unterstützung
  • via dssi-vst teilweise Unterstützung des weit verbreiteten VST
  • Synth Plugins
  • Pianorollen, Auswertung, Ablaufliste und Spurübersicht–Editor
  • 21 Sprachen

Vier Installationswege

Hier werden vier verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Rosegarden installieren kann. Es wird empfohlen, Weg 2 zu wählen, weil man hier einen einfachen Weg beschreitet und gleichzeitig eine sehr aktuelle Version von Rosegarden installiert. Nutzt man Gnome werden ziemlich viele und große Pakete installiert werden. KDE-Nutzer werden viele dieser Pakete schon installiert haben.

Weg 1 - Paket aus den Quellen

Man installiere ganz einfach mit einem

root@debian:~# apt-get install rosegarden

Dieses Paket ist allerdings nicht immer das neueste, zumindest wenn man Debian Squeeze verwendet (was für ein Tonstudio dringend der hohen Stabilität dringend empfohlen wird). Funktionieren wird es sehr gut, allerdings gibt es eventuelle kleinste Bugs oder auch Features, die in dieser Version noch fehlen. Das Projekt ist ständig in Bewegung und von daher machen höhere Versionen einen parktischen Sinn.

Weg 2 - Paket vom ftp-Server

Man lade sich das gewünschte .deb Paket hier herunter. Man sollte für Debian sid die höchste Versionsnummer von Rosegarden wählen. Für das Standard Debian "Squeeze" funktioniert momentan die neueste Version aufgrund von fehlenden Abhängigkeiten nicht mehr, bitte Version 10.04 wählen. Für einen 64-bit Rechner wählt man normalerweise das amd64-Paket und für einen 32-bit Rechner das i386 Paket - das hängt von der eigenen Rechnerarchitektur ab.

Nun gehe man mittels cd im Terminal in das Verzeichnis, in das man das Paket heruntergeladen hat. Das Paket dann im Terminal installieren:

root@debian:~# dpkg -i rosegarden_11.06-1_amd64.deb

Wobei der Paketname entsprechend an den Namen des heruntergeladenen Paketes anzupassen ist.

Weg 3 - Paketbau

Dieser Weg ist nach Debian Art. Basis ist eine .dsc-Datei, mit Hilfe dessen man den Sourcecode kompiliert und schließlich als Paket installiert. Der Vorteil gegenüber Weg 1 und 2 ist, dass man das Paket noch manuell vor der Erstellung konfigurieren kann, was allerdings etwas für fortgeschrittene Debianler ist und hier nicht weiter behandelt wird.

Vorab sollte man sich ein Verzeichnis erstellen, in dem man das Programm bearbeitet. Da in anderen Wiki-Artikeln zum Tonstudiobereich das Verzeichnis ~/tonstudio/src (~ steht für das user-home-Verzeichnis des Benutzers des Debiansystems, z.B. /home/markus) verwendet wird, sollte man sich dieses erstellen und zusätzlich den Unterordner build erstellen. Dann gehe man mittels

user@debian:~$ cd ~/tonstudio/src/build

in dieses Verzeichnis und kann loslegen. Zunächst muss man sich eine .dsc-Datei mit der gewünschten Versionsnummer besorgen. Man gehe hierhin und schaue, wie die entsprechende Datei genau heißt - in diesem Fall wird beispielhaft rosegarden_11.06-1.dsc (Debian Sid, Squeeze ist auch möglich) verwendet. Dies ist natürlich entsprechend anzupassen. Mit dem Befehl dget lädt man sich die gewünschte .dsc-Datei herunter. Eventuell muss man dget vorher noch installieren mittels:

root@debian:~# apt-get install devscripts

Danach kann´s losgehen mit

user@debian:~$ dget -u http://ftp.de.debian.org/debian/pool/main/r/rosegarden/rosegarden_11.06-1.dsc

dget holt sich die .dsc und entpackt dabei so einiges in das build-Verzeichnis. Damit das Bauen reibungsfrei verlaufen kann, muss man noch folgende Pakete installieren, da Rosegarden von diesen abhängt:

user@debian:~$ sudo apt-get install build-essential automake xutils-dev libqt4-dev libasound2-dev libjack-jackd2-dev ladspa-sdk dssi-dev liblo-dev liblircclient-dev liblrdf0-dev libfftw3-dev lilypond libsamplerate0-dev libsndfile1-dev lirc

Als nächstes folgt ein

user@debian:~$ sudo apt-get build-dep rosegarden

welches versucht, die Bauabhängigkeiten des Quellpakets zu erfüllen. Nun noch in das Unterverzeichnis rosegarden-11.06 gehen

user@debian:~$ cd rosegarden-11.06

Die Versionsnummer hinter rosegarden ist entsprechend anzupassen. Nun ein

user@debian:~$ fakeroot debian/rules binary

ausführen. Es folgt die Kompilierung und das Erstellen des .deb-Pakets. Das dauert ein Weilchen - Zeit für eine Tasse Kaffe. Wenn alles fehlerfrei durchgelaufen ist, geht man ein Verzeichnis höher

user@debian:~$ cd ..

und kann mittels (Paketname überprüfen)

user@debian:~$ sudo dpkg -i rosegarden_11.06-1_amd64.deb

Rosegarden sauber als Paket installieren.

Weg 4 - Dreisatz

Hinweis.png Hinweis: Diese Art des Kompilierens und Installierens ist nicht nach gängiger Debian Art und geht am Paketmanagement vorbei.


Vorbereitungen

Will man Rosegarden nicht aus den Standard-Repositories installieren sondern lieber selber per ./configure ... kompilieren, holt man sich den aktuellsten Programmcode aus dem SVN-Repository. Dieser Sourcecode ist noch aktueller als das Paket von Weg 2 oder das Kompilieren nach Weg 3, allerdings tun sich Weg 2, 3 und 4 von der Aktualität des Quellcodes her relativ wenig.

Um Subversion (svn) nutzen zu können, muss man zuerst das Paket

root@debian:~# apt-get install subversion

installieren. Danach geht man im Terminal in das Verzeichnis seiner Wahl und kann den aktuellen Sourcecode mittels

user@debian:~$ svn co https://rosegarden.svn.sourceforge.net/svnroot/rosegarden/trunk/rosegarden

in dieses Verzeichnis herunterladen. Es ensteht das Unterverzeichnis rosegarden in welchem die Codes verstaut sind. Um Rosegarden nun kompilieren zu können muss man noch einige andere Pakete vor der Kompilierung installieren, da Rosegarden von diesen abhängt. Die Pakete, die auf der Internetseite des Rosegarden-Projekts zu finden sind, beziehen sich auf das alte Debian Lenny. Die hier aufgeführten Pakete beziehen sich auf das aktuelle Debian Squeeze.

Einfach zu installieren mit

root@debian:~# apt-get install build-essential automake xutils-dev libqt4-dev libasound2-dev libjack-jackd2-dev ladspa-sdk dssi-dev liblo-dev liblircclient-dev liblrdf0-dev libfftw3-dev lilypond libsamplerate0-dev libsndfile1-dev lirc

Kompilieren & Installieren

Man gehe mittels cd in den rosegarden-Ordner und führe folgenden Befehl aus:

user@debian:~$ sh ./bootstrap.sh

Nun der klassische Dreiklang (oft auch "Dreisatz" genannt) von

user@debian:~$ ./configure
user@debian:~$ make
user@debian:~$ sudo make install

Optional kann man bei ./configure noch die Option --enable-debug setzen. Dadurch dauert der Komilierungsprozess allerdings wesentlich länger, man bekommt allerdings zusätzliche, eventuell wertvolle Informationen. Normalerweise gibt man noch hinter dem ./configure die Option --prefix=/usr mit an, was hier auch empfohlen wird.

Sollte es wider Erwarten beim Kompilieren Fehlermeldungen geben, muss man den Fehler suchen, Fehler beheben, dann jeweils im rosegarden-Verzeichnis

root@debian:~# make clean
root@debian:~# make distclean

ausführen und den "Dreiklang" von vorne ausführen. Wenn alles glatt durchgelaufen ist, werden nur ein paar Dateien (in diesem Falle durch das --prefix in /usr...) installiert. Diese Dateien sind:

  • /usr/bin/rosegarden (Programm)
  • /usr/share/mime/packages/rosegarden.xml
  • /usr/share/icons/hicolor/weitere Unterordner/verschiedene rosegarden.png (Bildchen für Menüs o.ä.)

Rosegarden startet man nun ganz simpel mit einem

user@debian:~$ rosegarden

oder man legt sich einen Starter auf dem Desktop oder einem Menü im Panel an.

Info für Debian-Anfänger
Es wird in diesem Installationsweg kein Paket installiert, also wird Rosegarden auch nicht mit apt-get, aptitude oder der Paketverwaltung Synaptic zu finden sein - ein Deinstallieren ist auf diese Art natürlich auch nicht möglich. Statt dessen kann man zum Aktualisieren (oder löschen) so verfahren, dass man die oben beschriebene Dateien löscht (bis auf die rosegarden.png Bildchen - das Löschen ist hier nicht unbedingt notwendig), den alten Rosegarden-Sourcecode-Ordner löscht, den Sourcecode mittels svn neu herunterlädt und bekannten "Dreiklang" ausführt.

Links


Seite erstellt von: Musix 21:41, 30. Nov. 2011 (CET)