Squeeze für Einsteiger

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Hallo und Willkommen!

Dieser Wiki-Artikel richtet sich an alle Neulinge und Umsteiger, die Debian installieren möchten. Dazu sei gesagt, dass das Ganze gar nicht so schwer und von jedem zu meistern ist. Galt früher die Installation von Debian als schwer und kompliziert, gehört dies seit Debian Sarge der Vergangenheit an. Der damals neue Installer, der übrigens nur über die Tastatur funktionierte, half dem Benutzer Schritt für Schritt sein System zu installieren. Das Konzept ist bis heute geblieben und weiterhin verfeinert worden, so dass das auch heute die gängigste Methode ist, Debian auf dem Computer zu installieren. Ab Debian Etch ist eine grafische Installation möglich, welche mit der Maus gesteuert werden kann und im Prinzip das Konzept der "altmodischen" Installationsart 1:1 übernommen hat.

Hinweis.png Hinweis: Dieser Artikel ist besonders einfach gehalten, um Neulinge nicht zu überfordern. Wer hier zum Beispiel detaillierte Informationen zum Partitionieren von Debian sucht, wird diese nicht finden. Es wird der von Debian empfohlene Weg beschritten, um eine einfache Installation zu gewährleisten. Den einen oder anderen Tipp und "Geheimer-Kniff", der dem Neuling oder Umsteiger helfen kann, wird es aber geben.


Vorbereitung zur Installation

Vorüberlegungen

Bevor man loslegt, sollte man sich einige Gedanken zu seinem neuem System machen.

  • Man sollte sich am bestem eine Liste mit Informationen zur Hardware des Systems besorgen, auf der Debian zukünftig laufen soll (Prozessor, Mainboard und damit verbundener Chipsatz, Grafikkarte). Um sich einen ersten Überblickt zur Debian/Linux-Kompatibilität zu verschaffen, hilft einem u.a. die GNU/Linux Gerätetreiber Überprüfungsseite von Kenshi Muto.
  • Ebenfalls wichtig ist die Größe des Arbeitsspeicher und der Festplatte. Erfüllen diese die Mindestanforderungen.
  • Auch sollte man sich darüber informieren, ob die bereits im Einsatz befindlichen Peripheriegeräte wie Drucker, Scanner, Webcam usw. unter Linux laufen.
  • Soll Debian alleine oder gemeinsam mit einem anderem Betriebssystem im Dualboot seinen Platz finden.
  • Soll die Debian-Installation ein Desktopsystem oder (Home-)Server werden? Der Installer bietet hier die Möglichkeit, schon während der Installation die entsprechende Standard-Software mit einzurichten.
  • Steht es im Büro oder privat zu Hause usw.

Wie man sieht, gilt es einiges zu beachten, wenn man so wenig Probleme wie möglich mit dem neuem System haben möchte.

Installationsquellen und Medien

Man sollte sich die passenden Images von Debian besorgen. Unter Debian Images in unserem Wiki findet ihr eine kleine Übersicht über gängige Installationsmedien. Alle findet ihr auf der Debian-Projekt Seite. Um es einfach zu halten, empfehle ich den Einsatz einer DVD. Aber auch wenn der Internetanschluss langsam oder gar kein Internet vorhanden ist. Besitzer einer schnellen Internetanbindung, können beherzt zum Netinstall-Image greifen, was deutlich kleiner als eine DVD ist und somit schneller und gezielt Software nachgeladen werden kann (statt einer ganzen DVD, von der nur die Hälfte benötigt wird).

Hinweis.png Hinweis: Alle ersten Installationsmedien (CDs/DVDs) der jeweiligen Architektur von Debian Squeeze, können auch zur Netzwerkinstallation verwendet werden.


Die Installation

Booten

Kurze Erklärung zum Bootscreen Menü, da es sich hier bereits entscheidet, welchen Weg unsere Distribution später einschlagen soll.

  • Install: Das ist der traditionelle Weg um sein Debian zu installieren. Alle Einstellungen erfolgen über die Tastatur.
  • Graphical install: Bietet ihnen einen richtigen grafischen Installer an, welches auch mit der Maus bedient werden kann.
  • Advanced options: Sehr wichtige Option, um weitere Möglichkeiten zur Installation von Debian zu erhalten. Möchte man z.B. einen alternativen Desktop installieren, sollte man das hier in Advanced Options vorher erledigen.
  • Help: Hier findet man Hilfe zum Installer, wenn man besondere Optionen während des Bootens mitgeben möchte, falls es zu Problemen kommt.


Hinweis.png Hinweis: Der Default Desktop unter Debian ist Gnome. Es ist im späterem Verlauf der Installation nicht möglich, einen Desktop auszuwählen. Möchte man statt Gnome beispielsweise KDE4 installieren, geht man über Advanced Options zum Alternativem Desktop und wählt ihn dort aus. Alternative Desktops sind KDE4, XFCE und LXDE.


Abb. 1: Debian Squeeze Boot Screen, stellt mehrere Optionen für den Benutzer bereit.

Grundlegende Einstellungen

Sprache

Der Debian Installer ist mehrsprachig und unterstützt 70 verschiedene Sprachen. Die Auswahl einer Sprache entscheide darüber, zu welchen regionalen Empfehlungen der Debian-Installer euch rät. Ihr könnt natürlich auch weiterhin über alles selbst entscheiden. In diesem Tutorial entscheiden wir uns für die deutsche Sprache.


Debian6Language.png

Land

Es gibt neben Deutschland weitere deutschsprachige Länder, was wir hier einstellen. Das System wird auf die entsprechende Gegebenheiten (Datumsformat usw.) des jeweiligen Landes angepasst. Probiert es aus.


Debian6Location.png

Tastaturlayout

Aus der vorherigen Auswahl von Sprache und Land, ermittelt und empfiehlt der Debian-Installer nun das Tastaturlayout. In unserem Fall das Layout 'Deutsch'. Wer eine US-Tastatur verwendet oder ein anderes Layout, kann das hier auswählen.

Debian6KeyboardLayout.png

Netzwerkverbindungen

Der Debian-Installer unterstützt ein großes Spektrum an kabelgebundener Netzwerkhardware. Seit Debian Squeeze wird auch Wireless LAN rudimentär unterstützt, da viele Geräte-Treiber nach non-free verschoben worden sind, oder eine Firmware des Herstellers benötigt wird. Hängt der Rechner direkt an einem DSL-Router, so geschieht die Einrichtung des Netzwerks automatisch und steht sofort zur Verfügung. Für die Proxykonfiguration gibt es einen gesonderten Weg, den der Debian-Installer selbstverständlich auch unterstützt.

Hostname

Der Hostname ist der Computername. Hier legen wir fest, wie unser PC heißen soll. Das ist später für viele Dienste wichtig.

Debian6Hostname.png

Domainname

Den Domainnamen kann man in der Regel einfach weg lassen. Dieser wird erst dann wichtig, wenn der Rechner als Server mit bestimmten Netzwerkdiensten oder als Teil in einer Domäne, benutzt werden soll.

Debian6Domain.png

Partitionierung

Nun kommen wir zu einem sehr wichtigem Teil der Installation, nämlich der Partitionierung. Es ist anders als z.B. unter Windows und für Neulinge, eher eine komplizierte Angelegenheit. Der Grund liegt darin begründet, das unter Linux jede Partition ihre eigene Bedeutung hat und eine bestimmte Rolle einnimmt. Weswegen man auch ein gewisses Hintergrundwissen benötigt, um sein System für die Zukunft möglichst gut einzustellen. Der Einfachheit halber wird hier auf eine detaillierte Beschreibung bewusst verzichtet.

Festlegen der Partitionen

Debian bietet uns mehrere geführte Möglichkeiten, wie wir unser System partitionieren können. Der empfohlene Weg ist der einfachste, weil dabei alles automatisch eingerichtet wird. Wir wählen die erste Möglichkeit aus und klicken auf Weiter.

Debian6Partition.png

Jetzt werden die Festplatten im Computer angezeigt. Wir wählen die Festplatte aus, die wir zur Installation verwenden wollen und klicken auf Weiter.

Debian6Partition1.png

Debian bietet uns hier nun weitere Möglichkeiten an, wie wir unsere Partitionen gestalten wollen. Anfänger können gleich die erste Option wählen und eine einzige Partition erstellen (die Partition für Swap mal ignoriert). Anders ist es mit der zweiten Option: Hier wird eine extra Partition für das /home-Verzeichnis angelegt. In der sogenannten /home-Partition landen die Benutzerdaten, also die Benutzereigenen Einstellungen und die persönlichen Dateien. Hier wird die Partition für das /home-Verzeichnis von der Partition für / (engl. Root=Wurzel), auf welcher das System installiert wird, getrennt. Vorteile,die dadurch entstehen wären z.B., dass nach einer erneuten Installation die Benutzerdaten erhalten werden können. Nun gehen wir Weiter.

Debian6Partition2.png

Es ist fast soweit, nur noch ein letzter Blick auf unsere Konfiguration und wenn man jetzt einverstanden ist, wählt man die Option "Ja" und klickt auf Weiter. Jetzt kann es einige Zeit dauern, bis Debian die Partitionen angelegt hat. Je nachdem wie groß die zu partitionierende Festplatte ist, dauert es einige Minuten. Es ist also ein wenig Geduld gefragt.

Debian6Partition4.png

Benutzer und Benutzereinstellungen

Linux ist von Anfang an als Mehrbenutzersystem entwickelt worden. Dieses Konzept sieht vor, dass aus Gründen der Sicherheit, Administrator und normale Benutzer strikt voneinander getrennt sind. Normale Benutzer dürfen z.B. keine systemweiten Einstellungen vornehmen oder Software installieren. Das darf nur der Administrator der unter Linux root genannt wird.

Der Benutzer root und das root-Passwort

Der Benutzer root ist der wichtigste Benutzer von allen, denn root darf praktisch alles mit dem System machen. Er verwaltet das ganze System und nur mit diesem Account kann man das Debian System konfigurieren. Hier gibt es nun zwei Möglichkeiten:

  1. Es wird ein Passwort vergeben. Damit wird der root-Account aktiv und nur root kann das System verändern.
  2. Kein Passwort wird eingegeben. Damit wird der erste Benutzer mit sogenannten administrativen Rechten ausgestattet, womit er zeitweise die Privilegien von root bekommt. Über den Befehl sudo kann er nun Befehle mit den Rechten von root ausführen. Diese Option ist zu empfehlen, da man so gefährliche Aktionen besser vermeidet. Weil Rootrechte nur dann eingesetzt/gefragt werden, wenn sie wirklich benötigt werden.
Debian6RootPSWD.png


Neuen Benutzer anlegen

Name und Vorname

Jetzt beginnen wir damit unseren ersten Benutzer anzulegen. Nun sollten der Name und Vorname der jeweiligen Person eingetragen werden, damit man die Person später leichter identifizieren kann. Große Desktops wie Gnome und KDE bringen weitere Programme und Dienste mit, wo der Benutzer automatisch zugeordnet wird. Zum Beispiel in Kontakten, Einstellungen der Benutzerrechte usw.

Debian6NewUser.png

Benutzername festlegen

Auf Grund der eingegebenen Daten aus Name und Vorname, schlägt Debian den Vornamen als Benutzername vor. Der Benutzername wird für das Einloggen des Benutzers benötigt und wird in weiteren Programmen benutzt. Man kann sich auch für einen ganz anderen Benutzernamen entscheiden. Wichtig ist, dass man sich damit später identifizieren kann.

Debian6NewUser2.png

Passwort festlegen

Nun brauchen wir für unseren neuen Benutzer ein Passwort, das man für die Anmeldung am Computer benötigt. Wichtig ist auch dieses Passwort zu notieren, da man ohne dieses nicht auf sein Benutzerkonto zugreifen kann (Es sei denn man hat für root ein Passwort vergeben, wodurch man sich auch mit diesem anmelden kann).

Warnung.png Warnung: Solltet ihr das Passwort für den root gesetzt haben, benötigt ihr zwei Passwörter. Das normale Benutzerkonto sollte ein komplett anderes Passwort erhalten, als der Benutzer root. Damit macht man es schwieriger das Passwort für den root zu erraten. Es ist wichtig die Passwörter, ganz besonders von root, zu notieren.


Debian6UserPSWD.png

Zusätzliche Software

Kommen wir nun zur Konfiguration des Debian Paketmanagers. Es stellt ein modernes und einfaches Hilfsmittel dar, um Software rund um Debian zu verwalten.

Land auswählen

Hier wählt man bevorzugt das eigene Land oder eines in der Nähe.

Debian6PackageManager.png

Server auswählen

In Ländern wie Deutschland gibt es auch mehrere Server. Auch hier am besten einen nahen Server.

Debian6PackageManager1.png

Proxy

Befindet sich der Computer hinter einem Proxy, sind die Daten hier einzugeben.

Debian6PackageManagerProxy.png

Debian Popularity Contest

Der Debian Popularity Contest hilft Debian Entwicklern dabei zu entscheiden, welche Software (in welcher Reihenfolge) auf welche Medien gepackt werden sollen. Wollt ihr dabei helfen, wählt hier Ja. Dann wird wöchentlich eine Statistik an Debian gesendet, welche unter anderem die installierten Pakete und eine Nutzungsstatistik dieser enthält.

Debian6PopularityContest.png

Tasks installieren

Jetzt geht es darum, welche Software installiert werden soll. Hier stellt der Debian-Installer uns mehrere Optionen zur Verfügung. Ob nun Desktop, oder bestimmte Serverdienste, alles kann hier gemacht werden. In unserem Fall ist die Wahl des Desktops die richtige. Für Notebooknutzer ist die Option Laptop zusätzlich empfehlenswert. Anfänger sollten Standard-Systemwerkzeuge immer ausgewählt lassen.

Debian6Software.png

GRUB installieren

Wenn die Installation der Pakete beendet ist, muss man noch den Bootloader installieren. Der Bootloader startet das System und wenn ihr Windows neben Debian benutzt, bezieht Grub dieses mit ein und ihr könnt es immer während des Bootens auswählen.

Debian6GRUBInstall.png

Wie geht's weiter?

Für weitere Fragen steht neben diesem Wiki auch noch unser Forum zur Verfügung.

Weblinks